Prag, die „Goldene Stadt“ an der Moldau, zieht jedes Jahr Millionen Besucher aus aller Welt in ihren Bann. Mit ihrer märchenhaften Altstadt, prachtvollen Brücken und dem berühmten Prager Schloss ist sie ein echtes Highlight für Städtetrips.
Doch wo viele Touristen sind, da lauern auch viele Abzocken.Von überteuerten Restaurants bis hin zu dubiosen Wechselstuben: Wer unvorbereitet ist, zahlt schnell zu viel oder erlebt böse Überraschungen. Damit dein Prag-Trip rundum positiv bleibt, zeigen wir dir die 10 schlimmsten Touristenfallen – und wie du ihnen ganz einfach aus dem Weg gehst.
Das sind die 10 schlimmsten Touristenfallen in Prag
1. Wechselstuben mit Wucher-Kursen
Eine der häufigsten Touristenfallen in Prag sind die zahlreichen Wechselstuben, vor allem in der Altstadt und rund um die Karlsbrücke. Viele locken mit großen „0% Kommission“-Schildern, bieten aber extrem schlechte Wechselkurse oder erheben versteckte Gebühren. Besonders fies: Manche wechseln erst zu einem guten Kurs, dann wird plötzlich ein schlechterer Kurs auf der Quittung ausgewiesen – und das Geld ist weg.
Tipp: Wechsle nur bei offiziellen Banken oder nutze Geldautomaten großer Banken. Achte beim Abheben darauf, dass du in CZK (tschechische Kronen) abhebst und die Umrechnung durch die Bank deines Heimatlandes wählst („ohne Umrechnung“ am Automaten). Vermeide kleine Wechselstuben mit auffällig großen Werbeschildern.
2. Überteuerte Taxis und Abzocke beim Fahrpreis

Prager Taxis genießen leider einen schlechten Ruf. Immer wieder berichten Touristen von Fahrern, die Umwege fahren, das Taxameter manipulieren oder Fantasiepreise verlangen – besonders nachts oder wenn sie merken, dass der Fahrgast kein Tschechisch spricht.
Tipp: Nutze Taxi-Apps wie „Bolt“ oder „Liftago“. Sie zeigen dir den Preis vorab an und du kannst die Fahrt über die App nachverfolgen. Lass dich niemals auf Preisabsprachen ohne Taxameter ein und steige nur in offiziell gekennzeichnete Taxis.
3. Restaurants rund um den Altstädter Ring
Der Altstädter Ring (Staroměstské náměstí) ist das Herzstück der Prager Altstadt und ein absolutes Muss für alle Besucher. Umgeben von prachtvollen Gebäuden, der berühmten astronomischen Uhr und zahlreichen Straßencafés, ist er ein Ort, an dem man gerne verweilt und das bunte Treiben beobachtet. Doch genau hier lauert eine der größten Touristenfallen der Stadt: die überteuerten und oft enttäuschenden Restaurants und Cafés rund um den Platz.
Warum sind die Restaurants hier oft eine Falle?
Die Lage am Altstädter Ring ist exklusiv – und das lassen sich die Gastronomen teuer bezahlen. Viele Lokale setzen eher auf die Masse an Touristen als auf Stammkundschaft oder Qualität. Die Speisekarten sind häufig mehrsprachig, die Preise deutlich höher als im Rest der Stadt, und das Essen entspricht selten dem, was man von tschechischer Küche erwarten würde.
Typische Probleme sind:
- Hohe Preise für durchschnittliche Qualität: Ein einfaches Gulasch oder ein Bier kann hier das Doppelte oder Dreifache kosten wie in einem Lokal außerhalb der Touristenmeilen. Die Qualität des Essens ist dabei oft enttäuschend – viele Gerichte werden lieblos zubereitet und sind auf den Geschmack internationaler Gäste zugeschnitten
- Versteckte Kosten: Häufig werden Servicegebühren, Musikzuschläge oder Brot, das ungefragt auf den Tisch kommt, extra berechnet. Diese Posten tauchen manchmal erst auf der Rechnung auf und sorgen für böse Überraschungen
- Touristenmenüs: Manche Restaurants bieten spezielle „Touristenmenüs“ an, die zwar günstig klingen, aber meist kleine Portionen und minderwertige Zutaten enthalten
- Unfreundlicher oder aufdringlicher Service: Da viele Gäste ohnehin nur einmal kommen, ist der Service nicht immer freundlich oder aufmerksam. Teilweise werden Gäste sogar gedrängt, schnell zu bestellen oder zu zahlen, damit der Tisch rasch neu besetzt werden kann

Wie kannst du diese Falle vermeiden?
Es gibt einige einfache Strategien, um in Prag gut und authentisch zu essen – und dabei nicht abgezockt zu werden:
- Meide Restaurants direkt am Altstädter Ring: Mache einen kleinen Spaziergang in die Seitenstraßen. Bereits wenige Gehminuten entfernt findest du Lokale, die von Einheimischen besucht werden, bessere Preise und oft auch eine herzlichere Atmosphäre bieten
- Lies Bewertungen: Nutze Plattformen wie Google Maps, Tripadvisor oder lokale Blogs, um vorab Bewertungen zu lesen. Achte darauf, ob auch Tschechen das Lokal empfehlen
- Speisekarte prüfen: Schau dir die Karte und die Preise an, bevor du dich setzt. Seriöse Restaurants haben die Preise klar ausgewiesen und bieten oft auch Tagesgerichte an
- Nach versteckten Kosten fragen: Frage beim Kellner nach, ob Servicegebühren, Brot oder Musikzuschläge extra berechnet werden. So vermeidest du böse Überraschungen
- Frage im Hotel oder bei Einheimischen nach Empfehlungen: Die besten Tipps bekommst du oft von Leuten, die in Prag leben. Sie kennen authentische Lokale, in denen auch die Qualität stimmt
Ein Tipp für Genießer: Probiere traditionelle tschechische Gerichte wie Svíčková (Rinderlende in Sahnesauce), Knödel, Schweinebraten oder ein frisch gezapftes Pilsner – aber eben nicht direkt am Altstädter Ring. In Stadtteilen wie Vinohrady, Žižkov oder Holešovice findest du viele authentische Gaststätten und moderne Bistros, die auch preislich überzeugen.
4. Falsche Konzerttickets und Kulturveranstaltungen
Prag ist berühmt für seine klassische Musik und Opernaufführungen. Leider nutzen das viele aus: Vor Sehenswürdigkeiten verkaufen vermeintliche Promoter Tickets für Konzerte, die oft völlig überteuert sind oder gar nicht existieren. Manchmal handelt es sich um minderwertige Aufführungen in kleinen Sälen, die mit berühmten Namen werben.
Tipp: Kaufe Tickets immer direkt bei den offiziellen Kassen der Veranstaltungsorte oder auf deren Websites. Meide Straßenverkäufer und informiere dich vorab über die Veranstaltung.
5. Marionetten und Souvenir-Shops: Billige Massenware

Marionetten und Holzspielzeug gehören zu den traditionellen Souvenirs aus Prag. Doch in vielen Souvenirshops – insbesondere in der Nähe von Sehenswürdigkeiten – werden billige Importe als „Handarbeit“ verkauft, oft zu überhöhten Preisen. Die Qualität ist meist enttäuschend.
Tipp: Achte auf Zertifikate für echte tschechische Handwerkskunst. Kaufe in kleinen Fachgeschäften oder direkt bei Werkstätten. Frage nach der Herkunft der Produkte.
6. Straßenkünstler, verkleidete Figuren und „Gratis“-Fotos
Ob als „lebende Statue“, als Ritter oder als berühmte Filmfigur – Straßenkünstler prägen das Stadtbild. Viele posieren gerne für Fotos, verlangen danach aber plötzlich hohe Summen. Besonders Familien mit Kindern werden oft unter Druck gesetzt.
Tipp: Frage vor dem Foto immer nach dem Preis. Lehne freundlich ab, wenn du kein Interesse hast. Lass dich nicht zu Spenden drängen.
7. Wechselgeld-Tricks und falsche Rechnungen
Gerade in sehr touristischen Gegenden kommt es vor, dass Verkäufer absichtlich zu wenig Wechselgeld herausgeben oder auf der Rechnung Positionen doppelt berechnen. Besonders betroffen sind kleine Läden, Straßenstände und einige Restaurants.
Tipp: Zähle das Wechselgeld immer direkt nach und prüfe die Rechnung sorgfältig. Sprich ruhig und höflich an, wenn dir etwas auffällt – meist wird dann schnell korrigiert.
8. Überteuerte Moldau-Bootstouren
Eine Bootsfahrt auf der Moldau ist eine schöne Möglichkeit, Prag vom Wasser aus zu erleben. Leider sind viele Anbieter auf Touristen ausgerichtet und verlangen für kurze Fahrten hohe Preise, oft ohne echte Informationen oder Service.
Tipp: Vergleiche die Angebote vorab online und buche möglichst im Voraus. Lies Bewertungen und achte auf das Preis-Leistungs-Verhältnis. Es gibt auch öffentliche Fähren, die günstiger sind und ein authentisches Erlebnis bieten.
9. Schein-Stadtführungen und falsche Guides

Nicht jeder, der eine Stadtführung anbietet, ist auch ein lizenzierter Guide. Immer wieder treffen Touristen auf selbsternannte Stadtführer, die spontane Führungen anbieten und am Ende ein Vielfaches des üblichen Preises verlangen.
Tipp: Buche Stadtführungen bei offiziellen Anbietern oder über das Hotel. Frage nach einer Lizenz und dem genauen Preis vorab. Auch kostenlose „Free Walking Tours“ sind eine gute Option, bei denen du am Ende selbst entscheidest, wie viel du gibst.
10. Teure öffentliche Toiletten und „Servicegebühren“
In den touristischen Hotspots Prags verlangen viele öffentliche Toiletten, aber auch manche Cafés und Restaurants, hohe Gebühren für die Nutzung. Manchmal werden sogar „Servicegebühren“ für das Bereitstellen von Seife oder Toilettenpapier verlangt.
Tipp: Nutze kostenlose Toiletten in größeren Einkaufszentren oder frage in Restaurants, ob die Nutzung für Gäste gratis ist. Kleinere Cafés und Bäckereien sind oft günstiger als öffentliche WC-Anlagen.
Fazit: So genießt du Prag ohne Touristenfalle
Prag ist eine faszinierende Stadt voller Geschichte, Kultur und Charme. Die meisten Tschechen sind freundlich und hilfsbereit – doch wie in allen beliebten Reisezielen gibt es auch hier schwarze Schafe. Mit ein wenig Vorbereitung und gesunder Skepsis kannst du die schlimmsten Touristenfallen vermeiden und deinen Aufenthalt voll und ganz genießen.
Hier noch einmal die wichtigsten Tipps auf einen Blick:
- Informiere dich vorab über Preise und Angebote
- Vermeide spontane Käufe bei Straßenhändlern und lasse dich nicht unter Druck setzen
- Nutze Apps und Bewertungen, um seriöse Anbieter zu finden
- Zähle dein Wechselgeld und prüfe Rechnungen sorgfältig
- Frage immer nach dem Preis, bevor du eine Dienstleistung in Anspruch nimmst
Wenn du diese Hinweise beherzigst, steht einem unvergesslichen Prag-Erlebnis nichts mehr im Wege – außer vielleicht der Qual der Wahl zwischen all den Sehenswürdigkeiten, Cafés und kulturellen Highlights, die die Stadt zu bieten hat.
Gute Reise und viel Spaß beim Entdecken von Prag – ohne Touristenfallen!