Gossensass liegt im Wipptal, nur wenige Kilometer vom Brennerpass entfernt, und gehört zu den ältesten Reisezielen Südtirols. Schon im 19. Jahrhundert reisten Gäste an, um die Luft zu genießen und die Berge zu erleben. Berühmt wurde der Ort durch Henrik Ibsen, der hier mehrere Sommer verbrachte und sich von der Landschaft inspirieren ließ. Heute erinnern Gedenkstätten im Ort an den norwegischen Schriftsteller.
Wo der Aufenthalt gelingt
Für einen längeren Aufenthalt bietet sich ein Hotel in Gossensass – Südtirol an, weil Ortskern, Bahnhof und Wanderwege dicht beieinanderliegen. Wer ohne Auto anreist, steigt in Gossensass aus und erreicht Sehenswürdigkeiten zu Fuß. Das macht die Planung leichter und hält den Aufenthalt flexibel.
Auch der Brenner als Verkehrsachse hat Vorteile. Die Lage zwischen Innsbruck und Bozen erlaubt Tagesausflüge in beide Richtungen, ohne dass lange Fahrten nötig wären. Wer gern Städte und Berge verbindet, findet hier die ideale Mitte. Das Klima ist alpin geprägt, mit frischen Sommern und schneereichen Wintern. Ein Wetterumschwung kommt rasch, deshalb gehören Regenjacke und warme Schicht auch im August in den Rucksack.
Der Ort selbst ist überschaubar, und genau das macht ihn angenehm. Kirche, Cafés, Bäckerei und Läden liegen nah beieinander, und abends ist es still genug, um die Bergbäche rauschen zu hören. Wer Wert auf Rückzug legt, findet hier einen Platz, an dem Urlaub nicht inszeniert werden muss.
Wandern im Pflerschtal und am Brenner
Eines der schönsten Ziele ist das Pflerschtal, ein stilles Seitental mit Wasserfällen, Almen und Gletscherblick. Die Wege reichen von Spaziergängen zu Hütten bis zu anspruchsvollen Touren in die Stubaier Alpen. Wer sich für Geschichte interessiert, wandert entlang alter Säumerpfade, auf denen früher Waren zwischen Nord und Süd transportiert wurden.
Auch in Gossensass selbst beginnen Wege, die über Wiesen und durch Wälder führen. Aussichtspunkte bieten freie Blicke auf das Tal, und die Bahnlinie schlängelt sich als dünne Linie durch die Landschaft. Mit etwas Glück sind Gämsen oder Steinadler zu sehen. Für Radfahrer verläuft eine Route durch das Eisacktal bis nach Sterzing und weiter in den Süden, überwiegend bergab und damit ideal für Genussradler. Rückreise per Bahn ist möglich.
Wer mit Kindern wandert, wählt Touren mit Wasser: Bäche, Wasserfälle und Teiche halten die Neugier wach. Kurze Etappen und Pausen mit Proviant sorgen dafür, dass die Laune stabil bleibt, und ein Abschluss in einer Almwirtschaft belohnt für jeden Schritt.
Winter am Alpenhauptkamm
Mit dem ersten Schnee verwandelt sich die Gegend in ein Revier für Wintersportler. In der Nähe liegen Skigebiete, Langlaufloipen und Rodelbahnen, die zu langen Tagen im Schnee einladen. Winterwanderwege führen an verschneiten Hängen entlang, und Schneeschuhrouten bieten Ruhe abseits des Trubels.
Nach dem Draußensein tut ein warmer Raum gut. Tee, Suppe und ein Gespräch am Tisch gehören zu den kleinen Freuden, die einen Wintertag runden. Nicht zu vergessen ist die Nähe zu Städten. Innsbruck ist in etwa einer Stunde erreichbar und bietet Altstadt, Museen und Bergbahnen, Brixen und Bozen liegen in südlicher Richtung. Wer einen Regentag einplant, kann die Region auf diese Weise kulturell erweitern.
Wer im Winter anreist, sollte die Verkehrslage im Blick behalten. Der Brenner kann bei starkem Schneefall betroffen sein, die Bahn bietet in solchen Wochen eine entspannte Alternative und bringt Gäste direkt in den Ort. Winterreifen und Schneeketten gehören im Auto zur Pflichtausstattung.
Genuss zwischen Nord und Süd
Die Küche am Brenner verbindet Tiroler und italienische Einflüsse. Schlutzkrapfen, Knödel und Gulasch stehen neben Pasta und Polenta, und zum Nachtisch gibt es Strudel oder Kaiserschmarrn. Wer Südtiroler Wein probiert, findet neben Lagrein und Vernatsch auch frische Weißweine aus dem Eisacktal.
Auch kleine Märkte lohnen einen Besuch. Käse, Speck und Honig aus der Region bringen Geschmack nach Hause. Für die Heimfahrt eignen sich Südtiroler Spezialitäten, die sich leicht transportieren lassen und lange Freude bereiten. Ein Abend im Gasthaus mit Musik oder ein Blick in den Sternenhimmel von der Terrasse rundet den Tag ab, ganz ohne Programm, ohne Eile und ohne Pflichttermine.