Startseite RatgeberWinter-Camping: So bleibst du auch bei Schnee mobil

Winter-Camping: So bleibst du auch bei Schnee mobil

von LeonieOlsen
Igor Link/shutterstock.com

Schnee auf dem Stellplatz, glitzernde Rauhreifwiesen und der Duft von frischem Kaffee im Van: Winter-Camping hat einen Zauber, den der Sommer nicht kennt. Doch sobald der Tiefschnee die Zufahrt zum Lieblingsplatz verschluckt, kippt die Romantik schnell in Schweiß und Schaufelei. Damit du auch bei Schnee mobil bleibst, lohnt sich ein Blick auf die richtige Vorbereitung und auf Helfer, an die viele zuerst gar nicht denken.

Warum der Winter beim Camping ein eigenes Spiel ist

Im Sommer verzeiht dir fast jeder Untergrund einen kleinen Fahrfehler. Im Winter sieht das anders aus: Wiesen werden zu Rutschbahnen, Parkplätze verwandeln sich über Nacht in Eisflächen, und ein voll beladenes Fahrzeug bringt deutlich mehr Gewicht auf die Räder als dein normales Alltagsauto. Dazu kommen kurze Tage, niedrige Temperaturen und oft wenig Verkehr. Wer hier festsitzt, wartet unter Umständen lange auf Hilfe. Genau deshalb zahlt sich Planung doppelt aus.

Die Basics: Reifen, Ketten und ein ruhiger Fuß

Bevor du über Spezialausrüstung nachdenkst, müssen die Grundlagen sitzen. Winterreifen mit ausreichend Profil sind bei winterlichen Verhältnissen ohnehin Pflicht. Schneeketten gehören in jedes Fahrzeug, das ins Gebirge oder in den hohen Norden fährt, und du solltest das Aufziehen einmal im Trockenen üben, nicht erstmals bei Minusgraden im Dunkeln. Genauso wichtig ist dein Fahrstil: Sanft anfahren, früh hochschalten und nie ruckartig Gas geben, denn durchdrehende Räder sind im Schnee der Feind jeder Traktion.

Den Stellplatz klug wählen

Viel Ärger entsteht, bevor du überhaupt feststeckst. Parke möglichst auf geräumten oder leicht geneigten Flächen, die nicht zur Eisfalle werden, und stelle dein Fahrzeug so ab, dass du am nächsten Morgen vorwärts oder bergab herausrollen kannst. Vermeide tiefe Mulden, in denen sich Neuschnee sammelt, und schau dir die Zufahrt vorab zu Fuß an. Bei strengem Frost kann außerdem eine angezogene Handbremse festfrieren. Deshalb legst du lieber einen Gang ein und sicherst das Fahrzeug mit Keilen.

Anfahrhilfe auf Schnee und Eis: Was wirklich hilft

Trotz bester Vorbereitung passiert es: Das Rad dreht durch, du gräbst dich ein und nichts geht mehr. In diesem Moment brauchst du Grip genau dort, wo er fehlt, nämlich direkt unter dem Reifen. Klassische Mittel wie Streusalz, Katzenstreu oder Fußmatten helfen zwar manchmal, sind aber unzuverlässig und schnell verbraucht. Eine robuste Alternative sind Sandbleche. Eigentlich für Wüste und Strand entwickelt, funktionieren sie auch auf Schnee, weil ihre griffige Oberfläche dem Reifen eine feste Fläche zum Zupacken bietet und das Einsinken verringert. Auf blankem Eis sind sie kein Wundermittel, aber sie geben dir oft genau den Extra-Biss, um wieder in Bewegung zu kommen.

So setzt du Sandbleche im Schnee richtig ein

Die Technik ist simpel, verlangt aber etwas Sorgfalt. Grabe zuerst den Schnee vor dem durchdrehenden Rad frei, sodass eine sanfte Rampe entsteht und dein Fahrzeug nirgends aufsetzt. Schiebe das Blech dann mit dem schrägen Ende so weit wie möglich unter den Reifen, am besten in Fahrtrichtung. Fahre anschließend langsam und gleichmäßig darauf zu, ohne zu beschleunigen, denn zu viel Gas lässt die Bleche wegschießen. Halte dabei alle Personen aus dem Gefahrenbereich fern. Nach der Befreiung gräbst du die Sandbleche wieder aus, trocknest sie ab und verstaust sie so, dass du im Ernstfall schnell herankommst. Hinter nassem Gepäck im Kofferraum nützen sie dir wenig.

Weitere Helfer, die im Winter nicht fehlen sollten

Neben Traktionshilfen gehört einiges mehr ins Gepäck. Eine kleine Klappschaufel ist Gold wert, genauso wie ein Abschleppseil, Arbeitshandschuhe, eine Stirnlampe und eine warme Decke für den Fall, dass die Befreiungsaktion länger dauert. Auch ein voll geladenes Handy und eine Powerbank solltest du dabeihaben. Prüfe vor jeder Fahrt den Wetterbericht und informiere jemanden über deine Route, denn gerade abgelegene Plätze haben im Winter oft keinen Empfang.

Kalt draußen, warm im Herzen

Winter-Camping belohnt dich mit Ruhe, klarer Luft und Landschaften, die du im Sommer so nie erlebst. Mit passenden Reifen, geübtem Fahrstil und ein paar durchdachten Helfern im Gepäck verlieren Schnee und Eis viel von ihrem Schrecken. Wer zusätzlich Sandbleche an Bord hat, besitzt eine einfache und vielseitige Anfahrhilfe, die auch dann noch weiterhilft, wenn die Ketten allein nicht reichen. So bleibst du flexibel, kommst sicher zu deinem Stellplatz und kannst den Abend entspannt mit einer heißen Tasse Tee genießen.

Das könnte dir ebenfalls gefallen