Giftige Tiere in Neuseeland: Das sollten Reisende wissen

Neuseeland ist bekannt für seine atemberaubende Natur, seine freundlichen Einwohner und seine erstaunliche Tierwelt. Viele Reisende und Auswanderer fragen sich jedoch vor ihrer Reise: Gibt es in Neuseeland eigentlich giftige Tiere?

Die Antwort darauf ist überraschend und beruhigend zugleich – Neuseeland ist eines der sichersten Länder der Welt, wenn es um gefährliche Tiere geht. Dennoch gibt es einige wenige giftige Arten, über die man Bescheid wissen sollte. In diesem Artikel erfährst du, welche giftigen Tiere es in Neuseeland gibt, wie gefährlich sie wirklich sind und wie du dich am besten schützt.

Warum ist Neuseeland (fast) frei von gefährlichen Tieren?

Im Gegensatz zu Australien, das für seine Vielzahl an giftigen und gefährlichen Tieren berüchtigt ist, ist Neuseeland ein echter Ausnahmefall. Die Inseln waren über Millionen Jahre isoliert und wurden nie von Schlangen oder großen Raubtieren besiedelt. Die wenigen giftigen Arten, die heute vorkommen, sind meist durch den Menschen eingeschleppt worden oder haben sich aus eigenen Kräften angesiedelt.

Dadurch ist das Risiko, in Neuseeland auf gefährliche Tiere zu stoßen, extrem gering.

Giftige Spinnen in Neuseeland

1. Katipo-Spinne (Latrodectus katipo)

Latrodectus katipo
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Die Katipo-Spinne ist die bekannteste und gefährlichste Spinne Neuseelands. Sie gehört zur Familie der „Witwen“-Spinnen (wie die Schwarze Witwe) und lebt vor allem in Küstennähe unter Treibholz, Steinen oder in Dünen. Die Katipo ist schwarz mit einem roten Streifen auf dem Rücken. Ihr Biss ist giftig, aber Todesfälle sind extrem selten. Die Symptome umfassen Schmerzen, Muskelschmerzen, Schwitzen und manchmal Übelkeit. In den letzten Jahrzehnten gab es keine Todesfälle mehr, und medizinische Hilfe ist gut verfügbar.

2. Redback-Spinne (Latrodectus hasselti)

Latrodectus hasselti
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Die Redback-Spinne stammt ursprünglich aus Australien und wurde in den letzten Jahrzehnten nach Neuseeland eingeschleppt. Sie ist der Katipo sehr ähnlich, mit einem roten Streifen auf dem Rücken. Auch ihr Biss kann schmerzhaft sein, ist aber selten tödlich. Die Redback kommt vor allem in wärmeren Regionen und städtischen Gebieten vor, zum Beispiel in Schuppen, Garagen oder unter Gartenmöbeln.

3. White-Tailed Spider (Lampona cylindrata und Lampona murina)

Lampona cylindrata
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Die White-Tailed Spider ist in ganz Neuseeland verbreitet. Ihr Biss kann zu lokalen Reizungen, Rötungen und gelegentlich zu Blasenbildung führen. Schwere Komplikationen sind jedoch äußerst selten und meist harmlos. Viele Menschen bekommen nach einem Biss nur leichte Beschwerden.

Gibt es giftige Schlangen?

Laticauda colubrina
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Eine der häufigsten Fragen: Gibt es in Neuseeland Schlangen? Die Antwort ist klar: Auf dem Festland Neuseelands gibt es keine einheimischen Land- oder Giftschlangen. Gelegentlich verirren sich jedoch Seeschlangen (wie die Gelbwangenseeschlange) an die Küsten. Diese sind hochgiftig, aber sehr scheu und kommen nur selten in Kontakt mit Menschen. Die Wahrscheinlichkeit, einer Seeschlange zu begegnen, ist äußerst gering – und Bisse sind praktisch nicht dokumentiert.

Giftige Insekten und andere Tiere

Centipedes
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1. Wespen und Bienen

Wespen (vor allem Deutsche Wespe und Gemeine Wespe) wurden nach Neuseeland eingeschleppt und sind in einigen Regionen sehr häufig. Ihr Stich ist schmerzhaft und kann bei Allergikern gefährlich werden. Für die meisten Menschen ist ein Stich jedoch harmlos.

2. Hundertfüßer (Centipedes)

Einige größere Hundertfüßer-Arten in Neuseeland können beißen und ihr Gift verursacht Schmerzen und Schwellungen. Gefährlich ist das aber nur in sehr seltenen Fällen, etwa bei Allergien oder kleinen Kindern.

3. Fische und Meerestiere

Im Meer rund um Neuseeland gibt es einige giftige Arten, wie den Stachelrochen oder bestimmte Quallenarten (z. B. die „Bluebottle“ oder Portugiesische Galeere). Begegnungen sind selten, aber beim Baden oder Schnorcheln sollte man auf Warnhinweise achten.

Wie gefährlich sind diese Tiere wirklich?

Im internationalen Vergleich ist das Risiko, in Neuseeland ernsthaft durch ein giftiges Tier verletzt zu werden, verschwindend gering. Todesfälle durch giftige Tiere sind extrem selten und medizinische Hilfe ist schnell verfügbar. Die meisten Bisse oder Stiche führen nur zu leichten Beschwerden wie Schmerzen, Juckreiz oder Schwellungen. Wer aufmerksam ist und einige Grundregeln beachtet, muss sich keine Sorgen machen.

Sicherheitstipps für den richtigen Umgang

  1. Achte auf deine Umgebung: Schau beim Campen, Wandern oder Arbeiten im Garten unter Steine, Holz oder in dunkle Ecken.
  2. Trage Schuhe: Vor allem in ländlichen Gebieten oder im Garten empfiehlt es sich, feste Schuhe zu tragen.
  3. Vermeide das Anfassen unbekannter Tiere: Besonders Spinnen, Insekten oder Meerestiere sollten nicht angefasst werden.
  4. Erste Hilfe: Bei Bissen oder Stichen Ruhe bewahren, die betroffene Stelle kühlen und bei starken Symptomen einen Arzt aufsuchen.
  5. Allergiker: Wer auf Insektenstiche allergisch reagiert, sollte immer ein Notfallset dabei haben.

Fazit

Neuseeland ist eines der sichersten Länder der Welt, wenn es um giftige Tiere geht. Die wenigen giftigen Arten sind selten, scheu und meist harmlos. Mit etwas Aufmerksamkeit und gesundem Menschenverstand kannst du die Natur Neuseelands in vollen Zügen genießen, ohne Angst vor gefährlichen Begegnungen zu haben. Die größte Gefahr geht in Neuseeland übrigens von der Sonne aus – also lieber an Sonnencreme als an Spinnengift denken!